Deutsch-Aserbaidschanische Konnektivitätskonferenz beleuchtet Investitionen und Partnerschaften entlang des Mittleren Korridors
Regionale Konnektivität in finanzierbare Projekte zu überführen, stand im Mittelpunkt der Deutsch-Aserbaidschanischen Konnektivitätskonferenz 2026, die am 6. Oktober von der AHK Aserbaidschan veranstaltet wurde. Die Konferenz brachte Regierungsvertreter, Führungskräfte aus der Wirtschaft und Vertreter von Finanzinstitutionen zusammen, darunter mehr als 35 Gäste aus Deutschland. Gemeinsam erörterten sie, wie Verkehrs-, Energie- und Digitalnetze neue Möglichkeiten für die bilaterale Zusammenarbeit eröffnen können.
In ihrer Begrüßung betonte Nargis Wieck, Geschäftsführerin der AHK Aserbaidschan, wie wichtig es sei, die starken bilateralen Handelsbeziehungen in gemeinsame Projekte zu überführen und deutsche sowie aserbaidschanische Unternehmen stärker in internationale Wertschöpfungsketten einzubinden. Zudem hob sie die Rolle des Deutsch-Aserbaidschanischen Wirtschaftsbeirats hervor, der den Austausch zwischen Politik und Wirtschaft fördert, Hemmnisse adressiert und konkrete Kooperationsmöglichkeiten voranbringt.
Daran knüpfte S. E. Dirk Lölke, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Aserbaidschan, an. Er verwies auf die neuen Impulse durch den Berlin-Besuch von Präsident Ilham Aliyev und die Gemeinsame Erklärung über die strategische Agenda der bilateralen Partnerschaft. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Konnektivität neben Energie zu einer zweiten tragenden Säule der Wirtschaftsbeziehungen beider Länder werden könne.
Samad Bashirli, stellvertretender Wirtschaftsminister, erläuterte die Möglichkeiten für deutsche Hersteller, sich in Aserbaidschan anzusiedeln und dabei vom stabilen makroökonomischen Umfeld, dem günstigen Investitionsklima sowie dem Transit- und Logistikpotenzial des Landes zu profitieren. Darüber hinaus stellte er neue staatliche Förderinstrumente für Unternehmen vor. Die Alat Free Economic Zone präsentierte er als Plattform für exportorientierte Produktion und verwies auf private Investitionsmöglichkeiten in verschiedenen Wirtschaftsbereichen, darunter Industrie, Logistikanlagen und digitale Dienstleistungen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Zusammenarbeit im Energiebereich. Elnur Soltanov, stellvertretender Energieminister, erklärte, dass Erdgaslieferungen die langjährige Energiepartnerschaft Aserbaidschans mit Deutschland erweitert hätten. Als künftige Prioritäten nannte er erneuerbare Energien, Energieeffizienz und grenzüberschreitende Stromverbindungen. Dabei verwies er auf geplante Wind- und Solarenergieprojekte mit einer Gesamtkapazität von 8 GW bis 2032. Ziel sei es, das Energiepotenzial Aserbaidschans über den Grünen Energiekorridor Kaspisches Meer–Schwarzes Meer–Europa sowie ergänzende regionale Routen mit den europäischen Märkten zu verbinden.
Der zweite Teil der Konferenz begann mit einer Grundsatzrede von Rashad Hasanov, stellvertretender Minister für digitale Entwicklung und Verkehr. Er erläuterte Aserbaidschans Bestreben, sich als regionaler Standort für führende internationale Technologieunternehmen zu etablieren. Dabei betonte er die strategische Lage des Landes und den Ausbau seiner digitalen Infrastruktur. Die Digitalisierung sei entscheidend, um die Effizienz des Mittleren Korridors zu steigern und Aserbaidschans Rolle als Brücke zwischen Europa und Asien zu stärken.
An diese Perspektiven knüpften vier Podiumsdiskussionen zu Infrastruktur und Energie, Investitionsfinanzierung, Transport und Logistik sowie Digitalisierung an. Führungskräfte aus der Wirtschaft, politische Entscheidungsträger und Vertreter von Finanzinstitutionen erörterten, wie sich Konnektivitätsprojekte beschleunigen, Investitionen mobilisieren und die regionale Zusammenarbeit entlang des Mittleren Korridors vertiefen lassen.
Im Anschluss fanden drei Business-to-Government-Roundtables zu den Themen Verkehrs- und Logistikinfrastruktur, grüne Energiewende sowie Digitalisierung und Handel statt. Diese ermöglichten einen direkten Austausch zwischen Unternehmen und Vertretern des öffentlichen Sektors über Projektanforderungen, Investitionsbedingungen und praktische Umsetzungshürden.
Indem sie politische Prioritäten mit unternehmerischer Expertise und Finanzierungsmöglichkeiten zusammenführte, unterstützte die Konferenz die Arbeit der AHK Aserbaidschan, gemeinsame Projekte voranzubringen und langfristige deutsch-aserbaidschanische Wirtschaftspartnerschaften zu stärken.
Die AHK Aserbaidschan dankt ihren Exklusiven Platinpartnern Alat Free Economic Zone und Azer Turk Bank, ihren Platinpartnern Commerzbank, Rhenus Logistics, Roland Berger und Silk Way West Airlines sowie ihren Goldpartnern PASHA Holding, PwC und VNG für ihre Unterstützung.